Wir nehmen unsere Aufgabe ernst

Für Selbsterfahrung- und entfaltung

  • 18. Juli 2018

„Auf den Spuren der Waldläufer“
KreativVision e.V.
KreativVision e.V.
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In der Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen ist es uns ein besonderes Anliegen, ihre Achtsamkeit zu wecken. Dies gelingt besonders gut, indem wir ihr Bewusstsein für eine intakte Natur schärfen.  Eine Natur, die sich ohne Eingriffe des Menschen aus sich selbst heraus erhalten kann und ihm dabei einen wertvollen Lebensraum (an)bietet.

Die Auswirkungen digitaler Reizüberflutung und virtueller permanenter Erreichbarkeit  betreffen schon unsere Kinder. Auf der anderen Seite wird Wald oft lediglich mit Park assoziiert und Bäume nur als Schattenspender zum Picknicken wahrgenommen. Der Lärm des Laubbläsers übertönt das Rascheln des Laubes beim Hindurchspazieren – so es denn überhaupt noch liegenbleiben durfte. Die Natur als das zu empfinden, was sie ausmacht – Natürlichkeit, Gegenwärtigeit und lebendiges Leben – wird immer seltener. Doch wer mal bewusst inne hält und tief Luft holt, bemerkt schnell,  wie erfrischend der Wald riecht. Und wie unterschiedlich: die Nadelbäume, frisch geschlagenes Holz,  die Blätter, die zu Laub werden, Moos und Pilze, Rinde und nasse Erde. Die Geräusche der Natur verbinden sich mit den Gerüchen und vereinen sich zu einem Sinneseindruck, der sich tief hinein ins Gehirn pflanzt. Dass aber nicht nur im Vogelgezwitscher, sondern gerade auch im Rauen, Ungebändigten der Reiz der natürlichen Ruhe und Inspiration des Waldes steckt, die Wohltat verspricht, können Kinder nicht aus Büchern erfahren. Gerade Stadtkinder haben oft Probleme einen Bezug dazu aufzubauen, wo die Wurzeln des Menschen liegen.

Ablauf

Unser Angebot regt das Interesse der Kinder und Jugendlichen daran an, durch Spiele, Übungen und Sinneswahrnehmungen die Natur um sie herum wieder zu empfinden und damit näher zu bringen. Mit dem Wissen der Waldläufer wird sogar das (Über)Leben im Wald möglich gemacht.

Mit Unterstützung der Sozial- und Wildnispädagogin Alexandra Grosch und der Künstlerin Heide Friese werden die Kinder und Jugendlichen in diesem Projekt so manche Fähigkeiten und Geheimnisse eines Waldläufers erfahren und lernen.

Materialien aus der Natur können fast alles ersetzen, was heute für unverzichtbar gehalten wird. Gemeinsam wird eine Laubhütte gebaut, es werden Wildkräuter zum Essen gesammelt und magische Naturkunstwerke erstellt. Wir kochen auf dem Feuer, schnitzen ein eigenes Holz-Essbesteck, lernen uns zu tarnen und das Anschleichen.

Die Kinder und Jugendlichen werden begleitet und unterstützt ihr Selbstvertrauen zu stärken und ihre eigenen Fähigkeiten zu entdecken. Dabei wird eine tiefe und respektvolle Verbindung zur Natur entwickelt. Sichs elbst als Teil der Natur wahrzunehmen,  bildet die Basis für den Wunsch sie zu erhalten und den achtsamen Umgang mit ihr und sich selbst als Teil des Ganzen.

Die Projekte im Einzelnen

Unser erstes Waldläufer-Projekt durften wir an einem ganz besonderen Ort platzieren: Auf dem Gelände von ‚Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung’ in Bergisch Gladbach gibt es einen Waldkindergarten. Dessen grundlegendes Konzept – „ein Kindergarten ohne Türen und Wände“ – ist bereits etwas besonderes, öffnet er doch den Kindern ganz automatisch die Türen zu einem Bewusstsein für die Natur, indem sie dieser alltäglich ausgesetzt sind. Auch das könnte man fast wörtlich nehmen, denn die Kinder sind bei Wind und Wetter im Freien und ihnen steht lediglich ein Bauwagen zur Verfügung.

In dem Umfeld eines Friedhofes, und sei er auch noch so progressiv ausgerichtet, vermutet man gewiss keine Kita, die mit umherlaufenden, fröhlichen wie auch unüberhörbaren Kindern einhergeht. Pütz-Roth schreiben dazu: „Trauernde Menschen brauchen keine traurigen Orte. Folgerichtig tun wir alles dafür, dass auch unsere Gärten der Bestattung alles andere als ein trauriger Ort sind.“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!

Waldkindergärten und Waldfriedhöfe – beides liebevolle und lebensnahe Konzepte, die hier eine einzigartige Symbiose eingehen.

Als eines unserer Gründungsmitglieder verstarb, wurde sie in diesem Friedwald bestattet. Statt Kränzen und Blumen erbat sie sich Spenden für unser Anliegen. Diese haben wir für unser erstes Waldläufer-Projekt in ihrer Nähe genutzt.